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Pressestatement zur Auftakt-Pressekonferenz der Kampagne GUT TUN - TUT GUT
SoVD-Präsident Adolf Bauer, Berlin, 30. August 2006
Sehr geehrte Damen und Herren,
Sie werden den Sozialverband Deutschland heute von einer ganz neuen Seite kennen lernen. Bisher kennen Sie den SoVD als sozialpolitische Interessenvertretung; als einen Verband, der die Belange von Rentnern, Patienten, pflegebedürftigen und behinderten Menschen gegenüber der Politik vertritt.
Der SoVD tut aber auch ganz praktisch etwas, um alten, kranken, pflegebedürftigen oder behinderten Menschen zur Seite zu stehen. Viele unserer Mitglieder in den Orts- und Kreisverbänden sind für andere Menschen da. Zum Beispiel besuchen sie Kranke zu Hause oder im Krankenhaus oder sie leisten Pflegebedürftigen im Pflegeheim Gesellschaft.
Wir sind dankbar für dieses Engagement unserer Mitglieder, denn es hilft dem Einzelnen, es stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt und macht unsere Welt ein wenig menschlicher. Denn bürgerschaftliches Engagement ist in unserer Gesellschaft wichtiger denn je.
Wir wollen nun noch mehr Menschen dafür gewinnen, andere ehrenamtlich zu unterstützen. Ich freue mich daher außerordentlich, dass Prof. Dr. Gesine Schwan als Schirmherrin dieses Vorhaben unterstützt und wir heute gemeinsam die Kampagne GUT TUN - TUT GUT starten.
Die zentrale Botschaft der Kampagne lautet: Es ist ganz einfach einem anderen Menschen zu helfen. Es kostet auch weniger Zeit, als Sie denken. Schon mit einer Stunde pro Woche können Sie viel bewirken. Schon kleine Dinge machen einen großen Unterschied.
Sie können zum Beispiel einmal pro Woche einem alten Menschen im Pflegeheim etwas vorlesen. Oder machen Sie den Einkauf für Ihren kranken Nachbarn mit oder begleiten Sie einen älteren Menschen beim Spazierengehen.
Sie sehen, es ist wirklich einfach. Jeder kann mitmachen.
Wir werden mit der Kampagne viele Tipps und Ideen geben und allen Interessierten den ersten Schritt so leicht wie möglich machen.
Wir möchten auch das Bewusstsein dafür wecken, dass auch alte und behinderte Menschen sich engagieren. Dafür gibt es viele Beispiele unter unseren Mitgliedern. Uns schrieb eine Rollstuhlfahrerin, dass sie regelmäßig im Pflegeheim vorliest. Ein anderes Mitglied - eine verwitwete pensionierte Lehrerin - hat trotz einer Lähmungskrankheit jeden Nachmittag die Nachbarskinder betreut und mit ihnen die Hausaufgaben gemacht.
Gerade alte Menschen können viel geben und von ihrer Erfahrung etwas weitergeben. Vor allem haben sie etwas, das vielen Berufstätigen sehr fehlt: Sie haben Zeit. Und diese Zeit können sie anderen schenken.
Dabei wird jeder, der sich ehrenamtlich engagiert, die Erfahrung machen: Wer gibt, bekommt auch etwas zurück. Das spiegelt sich auch in unserem Kampagnenmotto GUT TUN – TUT GUT wider.
Es ist beeindruckend, wie viele Menschen sich in Deutschland bereits ehrenamtlich engagieren, nämlich 23,4 Millionen Bürger. Das ist jeder Dritte über 14 Jahren. Und wie der Freiwilligensurvey 2004 ergeben hat, ist eine steigende Zahl von Menschen bereit, eine freiwillige Tätigkeit zu übernehmen: 1999 waren es 26 Prozent, im Jahr 2004 sogar 32 Prozent.
Mit unserer Kampagne GUT TUN – TUT GUT wollen wir eine Gelegenheit bieten, diese hohe Bereitschaft auch in aktives Handeln umzusetzen.
Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit.

