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Porträts der Preisträgerinnen - Christiane Suckow

von links nach rechts: Ina Adenstedt, Christiane Suckow und Adolf Bauer
Christiane Suckow - Preisträgerin des GUT TUN TUT GUT-Preises 2008 in der Kategorie Gruppenpreis
Der Armut den Kampf ansagen, war einer der Beweggründe, warum sich Christiane Suckow aus Flensburg für ihre Mitmenschen engagiert. Die 40-jährige Altenpflegerin gründete 2001 gemeinsam mit ihrem Mann Frank Suckow (46) und Ina Adenstedt (46) das Projekt "Haltestelle-sponte-Nord" e.V. im Flensburger Stadtteil Neustadt. Das Viertel ist ein sozialer Brennpunkt. Hier leben viele Hartz IV-Empfänger und Migranten.
Das Projekt begann im Dezember 2001 damit, dass die drei in einem Raum der Kirchengemeinde St. Petri 60 Liter Suppe ausschenkten. Das Angebot wurde bald angenommen und so entwickelte sich das Projekt zu einer Anlaufstelle für sozial benachteiligte Kinder, Sozialrentner und Obdachlose.
Inzwischen sind zwölf ehrenamtliche Helfer im Einsatz, die jeden Samstag für rund hundert Menschen eine warme Mahlzeit auftischen oder Lebensmittel ausgeben. Dabei ist die "Haltestelle-sponte-Nord" weit mehr als nur ein Mittagstisch. Die Helfer bieten auch dienstags und donnerstags Rat und Hilfe in schwierigen Lebenslagen oder bei Problemen mit Behörden an.
Die Einrichtung wird auch von vielen alleinerziehenden Müttern aufgesucht. Für die Jüngsten gibt es einen Krabbelraum und Kinder können zum Spielen kommen. Außerdem gibt es eine "Kinderkleiderkiste" mit gut erhaltener Kleidung und Schulsachen. Denn Füller, Stifte, Zirkel oder ein Geodreieck sind für Hartz IV-Empfänger vom Regelsatz kaum zu bezahlen.
Christiane Suckow sieht das Projekt als Beitrag gegen Kinderarmut und gegen die schleichende Altersarmut. Für Menschen mit einer kleinen Rente ist das Projekt ein wichtiger Treffpunkt. "Viele Rentner kommen zum Spiele-Nachmittag, zum Kaffeetrinken oder einfach für ein Gespräch hierher und finden aus ihrer Isolation." Niemand soll einsam bleiben.
Das Projekt wird ausschließlich mit ehrenamtlichen Kräften betrieben und trägt sich selbst aus Spenden. Die Kirche stellt die Räumlichkeiten kostengünstig zur Verfügung, die Lebensmittelspenden erhält das Team von Bäckereien und Supermärkten.
Der Name "Haltestelle-sponte-Nord" kam so zustande: "Haltestelle" ist wörtlich zu nehmen im Sinne von "Halt finden" und "innehalten". "sponte" kommt von Spontaneität. Dabei bedeutet das Projekt vor allem eine große Verpflichtung für alle Helfer. Die drei Gründungsmitglieder sind pro Woche sechs bis acht Stunden im Einsatz.
"Was mich motiviert ist die Dankbarkeit der Menschen, das Strahlen in den Augen der Kinder," sagt Christiane Suckow. "Und viele unserer Besucher wollen mithelfen. Sie möchten das Gefühl haben, gebraucht zu werden."
Weitere Dokumente
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