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Gut tun-tut gut

Foto: Ein Kind sitzt mit einer älteren Dame an einem Tisch und spielt

Lesen Sie einem Kind ihr Lieblingsbuch aus der eigenen Kindheit vor und schenken Sie den Eltern etwas Zeit.

Die Kampagne GUT TUN - TUT GUT zeigt mit vielen praktischen Beispielen, dass es ganz leicht ist, für andere Menschen da zu sein und sie zu unterstützen.

Genau damit hat der Sozialverband Deutschland (SoVD), der Initiator der Kampagne, bereits vielfältige Erfahrungen in seinen rund 3.000 Ortsverbänden gesammelt.

Mit der Kampagne GUT TUN – TUT GUT möchte der Verband noch mehr Menschen dafür gewinnen, andere im Alltag ehrenamtlich zu unterstützen.

Die Kampagne bietet eine Vielzahl an GUT TUN-Tipps, die jeder Interessierte nach seinen Möglichkeiten umsetzen kann. Jeder kann mitmachen: junge und ältere Menschen, Menschen mit und ohne Behinderungen, Familien und Alleinstehende. Schon mit kleinen Dingen, die nicht viel Zeit kosten, können Sie viel bewirken.

 

Beispiele für das Engagement von SoVD- Mitgliedern  

Ein Mitglied aus dem Kreis- und Ortsverband Strausberg (Brandenburg):

Ich hatte vor kurzem ein Gespräch mit einer älteren Frau in einem Seniorenheim in Strausberg. Sie weinte, weil sie keinen Besuch bekäme und sich keiner um sie kümmere. Sie brauche Menschen um sich. Ihr Mann ist im Sommer 2005 verstorben und nun schimpft sie jeden Tag vor seinem Bild mit ihm, weil er sie so schnell alleine gelassen hat und will ihm so schnell wie möglich in den Himmel folgen. Ich habe mir, trotz Zeitnot, gemeinsam mit dem Leiter der Einrichtung die Zeit genommen und ihr zugehört. Darüber war die Frau sehr überrascht, dass sich in der heutigen Zeit überhaupt jemand Zeit für alte Leute nimmt. Ich habe ihr unter anderem erzählt, dass täglich ein Bus von der Seniorenresidenz in die Stadt fährt. Dann bin ich mit ihr zum hauseigenen Streichelzoo gegangen. Im Anschluss an das Gespräch bin ich mit ihr an das Grab ihres Mannes auf dem Friedhof in Strausberg gefahren. Zuvor habe ich ihren Sohn, der in Strausberg wohnt und selbst sehr krank ist, angerufen und mir den Standort des Grabes erklären lassen. Es war für sie das erste Mal, dass sie das Grab ihres Mannes besuchen konnte. Nach Absprache mit dem Heimleiter wurde veranlasst, dass sie mit dem Bus der Einrichtung zu Pfingsten zu ihrem Sohn gebracht wird. Sie konnte vor Glück überhaupt nicht mehr reden und wollte es gar nicht glauben. Nachdem ich die alte Dame wieder ins Heim zurück begleitet hatte, wurde ich unter Tränen gedrückt. Aber der schönste Dank für mich war, als sie sagte, dass es doch lohnenswert sei, noch eine gewisse Zeit auf dieser Welt zu bleiben.

Eine 81-Jährige aus Hannover (Niedersachsen):

Als mein Mann starb, fiel mir nach einiger Zeit zuhause die Decke auf den Kopf. So habe ich gezielt nach Gruppen gesucht, in denen ich mich engagieren kann. Zuerst habe ich in einer bestehenden Gruppe beim kommunalen Seniorenservice mitgemacht und habe schließlich zwei eigene Gruppen gegründet. Die Gruppen bestehen aus alten, einsamen oder kranken Frauen zwischen 65 und 93. Wir treffen uns je Gruppe einmal in der Woche zum Canasta- oder Romméspielen. Einige der Mitglieder hole ich mit dem Auto ab, das ich trotz meiner 81 Jahre noch fahren kann. Sonst hätten die älteren Damen mit ihren Rollatoren gar keine Möglichkeit aus dem Haus zu kommen, denn in die Straßenbahn können sie damit nicht einsteigen. Wenn jemand krank wird, z.B. hat sich jemand aus der Gruppe den Arm gebrochen, dann koche ich für diejenige schon mal mit. Ich mache das jetzt schon seit 10 Jahren.  

Ein Mitglied aus dem Ortsverband Lüneburg (Niedersachsen)

Nach meinem Ausscheiden aus dem Berufsleben hatte ich mir vorgenommen, etwas Ehrenamtliches zu tun. Ich habe im Seniorenzentrum einen Skatclub gegründet und spiele dort auch zweimal im Monat Bingo mit den Bewohnerinnen und Bewohnern.

Ein Mitglied aus Euskirchen (Nordrhein-Westfalen)

Ich spiele Ziehharmonika in der Mundharmonika-Gruppe. Durch unsere Auftritte bei Seniorenveranstaltungen bin ich auf die Idee gekommen, mein Spielen in einem Seniorenheim anzubieten. Seit einem Jahr spiele ich einmal im Monat ein bis eineinhalb Stunden auf den Pflegestationen Volkslieder, die den alten Leuten von früher bekannt sind. Manch einer erinnert sich wieder an Texte, die er meinte vergessen zu haben und singt mit. Menschen, die apathisch herumsitzen, werden plötzlich wach und freuen sich.

Eine 60-Jährige Schwerbehinderte aus Hamburg

Mit meinen 60 Jahren bin ich trotz Schwerbehinderung und einer erheblichen Gehbehinderung noch voll berufstätig und betreue meine Mutter seit fünf Jahren im Altenheim. Meine Mutter besuche ich regelmäßig mittwochs nach Feierabend und sonntags ab dem Mittagessen. Manchmal gehe ich mit ihr spazieren, wenn meine Beine es zulassen oder ich sitze bei ihr und nähe oder flicke ihre Sachen. Wenn ich meine Mutter besuche, die dann im Aufenthaltsraum im Rollstuhl sitzt, besuche ich gleich die ganze Etage mit. Denn einige Mitbewohner kommen dann auch in den Aufenthaltsraum, weil sie wissen, dass ich da bin. Wir reden und lachen auch miteinander, wie eine Familie. Sie freuen sich, wenn meine drei Enkelkinder auch mal da rumtoben, das bringt Leben rein. Es kommt auch vor, dass der eine oder andere ohne Angehörige auch mal Flicksachen zu mir bringt. Ich werde auch schon mal gebeten, etwas vom Einkaufen mitzubringen, vielleicht Schokolade oder eine Illustrierte, die es beim Kiosk nicht gibt. Wenn Veranstaltungen im Heim sind, helfe ich mit beim Kaffee eingießen und beim Verteilen des Abendessens.

Ein Mitglied aus Quedlinburg (Sachsen-Anhalt)

In meiner unmittelbaren Nachbarschaft wohnt eine Dame, die seit ihrer Kindheit durch Kinderlähmung sehr beeinträchtigt ist. Auf meinem Weg zum Einkaufen komme ich an ihrem Fenster vorbei und so kam es, dass sie mich um Hilfe bat, weil sie bei extremen Witterungen nicht allein auf die Straße gehen kann. So entwickelte es sich, dass ich ihr bei allerlei Dingen Unterstützung gab, inzwischen habe ich sogar einen Schlüssel für ihre Wohnung. Sie hat großes Vertrauen zu mir. Weil sie sich keine Zeitung leisten kann, bringe ich ihr täglich die Zeitung von Vortag vorbei, damit sie sich informieren kann. Ich bringe ihr ab und zu auch Essen vorbei, das sie selbst nicht zubereiten kann, wie Kartoffelsalat oder Nudelauflauf. Sie ist mir sehr dankbar, ich bin eine enge Vertraute geworden.

 




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