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Portrait Gesine Schwan

Foto: Die Schirmherrin Gesine Schwan sitzt an einem Schreibtisch

Gesine Schwan, 1943 in Berlin geboren, stammt aus einem sozial engagierten Elternhaus, das im Nationalsozialismus protestantischen und sozialistischen Widerstandskreisen angehört und sich nach dem Krieg für die Freundschaft mit Frankreich und Polen einsetzt. Nach dem Abitur 1962 studiert sie Romanistik, Geschichte, Philosophie und Politikwissenschaft in Berlin und Freiburg/Breisgau. Dort lernt sie ihren ersten Mann, den Politikwissenschaftler Alexander Schwan kennen. Studienaufenthalte in Warschau und Krakau zur Vorbereitung der Dissertation über den polnischen Philosophen Leszek Kolakowski schließen sich an.

Gesine Schwan wird 1971 Assistenz-Professorin am Fachbereich Politische Wissenschaft der Freien Universität Berlin und habilitiert 1975 über die philosophischen und politökonomischen Voraussetzungen der Gesellschaftskritik von Karl Marx. 1977 wird Gesine Schwan Professorin für Politikwissenschaft an der Freien Universität Berlin. Sie befasst sich insbesondere mit politischer Theorie und Philosophie. Forschungsaufenthalte in Washington D.C., Cambridge und New York folgen. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Politische Philosophie und Demokratietheorien, in letzter Zeit vor allem auch Fragen der Politischen Psychologie und der Politischen Kultur. Seit Oktober 1999 ist Gesine Schwan Präsidentin der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder).

1989 stirbt nach langer Krankheit ihr Ehemann Alexander Schwan und lässt sie mit zwei Kindern zurück. 2004 heiratet Gesine Schwan in zweiter Ehe Peter Eigen.

Gesine Schwan, die 1972 in die SPD eingetreten ist, hat neben ihrer wissenschaftlichen Karriere in zahlreichen politischen Gremien mitgearbeitet. Von 1977 bis 1984 und erneut seit 1996 ist sie Mitglied der Grundwertekommission beim Parteivorstand der SPD, von 1985 bis 1987 Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Politikwissenschaft, von 1993 bis 1995 Dekanin des Fachbereichs Politische Wissenschaft der Freien Universität Berlin und von 1994 bis 2000 Mitglied des Vorstandes der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft DVPW. Im März 2004 wird sie gemeinsam von SPD und Bündnis 90/Die Grünen zur Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten gekürt. Bei der Wahl am 23. Mai 2004 unterliegt sie mit 589 zu 604 Stimmen dem Kandidaten von CDU, CSU und FDP Horst Köhler.

Im Januar 2005 wurde sie zur Koordinatorin der Bundesregierung für die grenznahe und zivilgesellschaftliche Zusammenarbeit mit Polen ernannt. Zudem ist sie gemeinsam mit Janusz Reiter Vorsitzende des Deutsch-Polnischen Forums.

 




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